Wir schaffen kreative Wege aus der Armut – mit Geschichten, die bewegen und verbinden. Unser Ziel: Obdachlosigkeit abschaffen, beginnend in unserer Heimat Hamburg.

Warum es uns gibt

Wir engagieren uns, weil wir nicht länger zuschauen wollen, wie die soziale Schere in einem der reichsten Länder der Erde immer weiter auseinandergeht. Weil wir der Meinung sind, dass jedem Menschen das Recht auf soziale Teilhabe zusteht. Weil wir es unerträglich finden, dass im Winter Menschen auf den Straßen unserer Stadt erfrieren – und diese übrigens an dem Leben auf der Straße auch im Sommer sterben. Weil wir davon überzeugt sind, dass wir die Gesellschaft, in der wir leben, verändern können, wenn wir miteinander reden, unserem Gegenüber zuhören und gemeinsam handeln. In Hamburg fangen wir damit an.

Die Herausforderung: In Hamburg gibt es laut letzter offizieller Zählung (2024) mindestens 3.787 obdachlose Menschen, deutschlandweit sind es 56.000 Menschen.

Unsere Vision: Wir setzen uns dafür ein, Obdachlosigkeit in Deutschland abzuschaffen und eine Gesellschaft zu gestalten, an der alle teilhaben können. #Gemeinwohl

Wie wir vorgehen, um unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen

Wir begleiten obdachlose und andere hilfebedürftige Menschen dabei zu handelnden Akteurinnen und Akteuren zu werden, ihre Stimme zu erheben, ihre Talente einzubringen und eigene Ideen umzusetzen. Wir erzählen ihre Geschichten, um konkrete Gesichter hinter den allgemeinen Phänomenen „Obdachlosigkeit“ und „Armut“ sichtbar zu machen. Wir nehmen Kontakt auf, hören zu und spenden Zeit. Wir handeln in einem Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um langfristig eine Gesellschaft zu verändern, die Obdachlosigkeit und Armut bisher vor allem als individuelle Probleme betrachtet. Gemeinsam entwickeln wir kreative Wege aus der Armut.

Was wir konkret anpacken

Armut verhindern, bevor sie zur Wohnungslosigkeit wird – das ist unser Antrieb. 

StrassenHILFE – bevor du wohnungslos wirst ist unser neuer Fokus: Armutsprävention. Wir verhindern Wohnungslosigkeit, bevor sie entsteht – mit einem Frühwarnsystem, das zu den Menschen kommt. In Hamburg. Im Stadtteil. Im öffentlichen Raum. Über eine Million Menschen waren 2024 in Deutschland wohnungslos – die meisten Hilfen greifen erst, wenn die Wohnung längst verloren ist. Wir drehen das um. Dass dieser Weg der richtige ist, bestätigt Europa: Die EU-Kommission hat im Mai 2026 erstmals eine europäische Anti-Armutsstrategie vorgelegt und fordert genau das, was in Deutschland bislang fehlt: Frühwarnsysteme und aufsuchende Beratung, die eingreifen, bevor Menschen ihre Wohnung verlieren. Unsere Erfahrung kommt aus der Praxis: Von November 2020 bis April 2026 haben wir mit Homes for Homeless und Hotels for Homeless 149 obdachlose Menschen in Einzelzimmer und eigenen Wohnraum gebracht. Beide Projekte sind erfolgreich abgeschlossen – und zeigen uns täglich, wie viel leichter es ist, ein Zuhause zu erhalten, als es zurückzugewinnen.

Austausch auf Augenhöhe schafft Räume, in denen sich Menschen mit und ohne Wohnung auf Augenhöhe begegnen. Wir kreieren Veranstaltungen und partizipative Kunstaktionen, die den Austausch fördern und Gemeinschaft entstehen lassen – wie den StrassenKLUB, den StrassenDIALOG und den StrassenWEIHNACHTSWUNSCH. Mit der StrassenWAHL geben wir wohnungslosen Menschen eine Stimme bei Wahlen und stärken ihre politische Teilhabe. Alle, die einmal dabei waren, wissen: StrassenBLUES … bewegt!

Unsere Wirkung

Wir konnten bereits viel für armutsbetroffene Menschen bewirken – schau mal hier rein!

Das StrassenTEAM

Nikolas Migut

1. Vorsitzender | Gründer

Redaktionsleitung | Kooperationen

Dr. Milena Migut

2. Vorsitzende | Gründungsmitglied

Aktionen | Events

Stefan Herbert

StrassenHELD | Finanzvorstand

Finanzverwaltung des Vereins

Christina Pohl

StrassenHELDIN | Gründungsmitglied

Film | Aktionen

David Diwiak

StrassenHELD | Gründungsmitglied

Fotografie | Film

Katharina Meßmann

StrassenHELDIN | Gründungsmitglied

Fotografie | Text

Ben Pehl

StrassenHELD | Kreation

Illustration | Grafikdesign

Ein Teil unseres StrassenHELDEN/-INNEN-Teams unterwegs für den „Solidarischen Schluck“ beim DOCK-Event.

Weitere engagierte StrassenHELDEN/-INNEN

Alalleh Lotfi | Albrecht Bake | André Pluskwa | Anna-Katrin Huber | Bastian Popp | Ben Pehl | Celeste Sehgal | Christian Riedel | Doreen Grabinsky | Esther Jung | Eva Gemmer | Jannis Reiher | Jessica Van Riet |  Julia Behrens | Julia Pluskwa | Karsten Sommer | Kathrin Schütte | Kim Gründel | Linda Krasenbrink | Manuele Biesenbach | Marietta Gädeke | Michaela Seehof | Niklas Sievers | Nil Cakmak | Oliver Flöricke | Ralf Below | Regina Schulz | Sarah Kristin Richter |  Sirrka Bredemeier | Sonja Rozet

Ihr könnt uns im Ehrenamt als StrassenHELD/-IN helfen. Wenn ihr bei uns mitwirken möchtet, schreibt uns einfach eine E-Mail: mitmachen@strassenblues.de

Wie alles begann

Nikolas Migut (Gründer von StrassenBLUES e.V.): Es ist 4.30 Uhr morgens. September 2012. Ich drehe eine Doku-Reportage für den NDR in der Berliner Bahnhofsmission am Zoo. Plötzlich taucht er auf. Alex, ein obdachloser Mensch mit funkelnden blauen Augen, die mich melancholisch anschauen. Er drückt sich gewählt aus. Wie ein Theaterschauspieler auf der Bühne. Spricht direkt in meine Kamera: „Alexchen aus Köln. Gewohnt in Mönchengladbach und in Neumünster, jetzt in Berlin gelandet.“ In diesem Moment weiß ich, dass ich den Drehort verlassen muss, um Alex zu folgen. Es wird eine gemeinsame Odyssee durch die Berliner Nacht bis zum Morgengrauen. Nach unserem Frühstück sagt Alex nur kurz „Tschüss!“ und verschwindet genau so plötzlich, wie er aufgetaucht ist.

Zweieinhalb Jahre später finde ich Alex wieder. In seiner Sozialwohnung hängen etwa hundert Gedichte an den Wänden. Er schreibe seit zwei Jahrzehnten, habe aber noch kein einziges davon veröffentlicht. Diesen Traum wollten wir verwirklichen. Als Team von StrassenHELD/-INNEN gründeten wir am 5. November 2016 unseren gemeinnützigen Verein StrassenBLUES e.V.. Gemeinsam mit Alex entwickelten wir das StrassenBUCH und veröffentlichten seine Gedichte, die er während seiner zehn Jahre auf der Straße schrieb. Er sprach bei der Buchpremiere zum ersten Mal in seinem Leben vor 170 Menschen und schrieb Autogramme in sein eigenes Buch. An diesem Abend sagte Alex: „Ich wünsche mir, dass viele sehen, dass wir nicht alleine sind und dass man gemeinschaftlich etwas schaffen kann.“

In diesem Moment wurde mir klar: Einen Film nach dem anderen machen, das kann nicht alles sein. Manchmal haben meine Dokumentarfilme in der ARD, auf Filmfestivals oder im Netz sicher Menschen berührt. Aber nachhaltig davon waren leider die wenigsten. 

Also habe ich mir gedacht: Wenn ich schon in den vergangenen nun über 20 Jahren Fähigkeiten als Zeitungsschreiber, Radiomoderator, Online-Redakteur, PR-Berater, Videojournalist und Dokumentarfilmer gesammelt habe, möchte ich diese Fähigkeiten auch für etwas Sinnstiftendes einsetzen. Ich habe in diesen Jahren einige Menschen getroffen, die mich stark beeinflusst und geprägt haben. Dank ihrer Inspiration und dem andauernden kreativen Austausch (vor allem täglich mit meiner Frau Milena) bin ich heute jemand, der Visionen hat – und deswegen trotzdem nicht zum Arzt geht. 

Immer öfter denke ich: Wenn das Leben wirklich ein einzigartiges Geschenk ist, sollten wir es nutzen, um etwas Sinnvolles zu schaffen. StrassenBLUES e.V. ist da ein guter Anfang.

StrassenBLUES-Trailer mit Alex

Der Ursprung unseres Vereins ist dieser Festivalfilm „Straßenblues“ (2015). Die Kurz-Doku ist 30 Minuten lang und hat englische Untertitel.

Auszeichnungen

Hier unser Nominierungsvideo für die Jury (Deutscher Preis für Onlinekommunikation) zu unseren Aktivitäten für obdachlose Menschen während der Corona-Pandemie: www.corona-strassenhilfe.de

Mitgliedschaften von StrassenBLUES e.V.

©  Porträtfotos: David Diwiak | Foto Header: Nick Scheerbart | Video – StrassenBLUES-Trailer: Nikolas Migut / NDR | Video – DPOK-Nominierungsvideo: Anke Gehrmann