Warum es uns gibt

Wir engagieren uns, weil wir nicht länger zuschauen wollen, wie die soziale Schere in einem der reichsten Länder der Erde immer weiter auseinandergeht. Weil wir der Meinung sind, dass jedem Menschen das Recht auf soziale Teilhabe zusteht. Weil wir es unerträglich finden, dass im Winter Menschen auf den Straßen unserer Stadt erfrieren – und diese übrigens an dem Leben auf der Straße auch im Sommer sterben. Weil wir davon überzeugt sind, dass wir die Gesellschaft, in der wir leben, verändern können, wenn wir miteinander reden, unserem Gegenüber zuhören und gemeinsam handeln. In Hamburg fangen wir damit an.

Unsere Vision: Wir setzen uns dafür ein, Obdachlosigkeit in Deutschland abzuschaffen und eine Gesellschaft zu gestalten, an der alle teilhaben können.

Wie wir vorgehen, um unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen

Wir begleiten obdachlose und andere hilfebedürftige Menschen dabei zu handelnden Akteur*innen zu werden, ihre Stimme zu erheben, ihre Talente einzubringen und eigene Ideen umzusetzen. Wir erzählen ihre Geschichten, um konkrete Gesichter hinter den allgemeinen Phänomenen „Obdachlosigkeit“ und „Armut“ sichtbar zu machen. Wir nehmen Kontakt auf, hören zu und spenden Zeit. Wir handeln in einem Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um langfristig eine Gesellschaft zu verändern, die Obdachlosigkeit und Armut bisher vor allem als individuelle Probleme betrachtet. Gemeinsam entwickeln wir kreative Wege aus der Armut.

Was wir konkret anpacken

Mit unseren Aktivitäten unter dem Stichwort „StrassenBLUES Impact“ setzen wir an drei Punkten an: „Wohnen“, „Arbeiten“ und „Begegnen“.  

#HomesForHomeless gibt obdachlosen Menschen ein Zuhause, damit sie zur Ruhe kommen und neu durchstarten können. StrassenBLUES e.V. erarbeitet derzeit mit wissenschaftlicher Unterstützung ein an „Housing First“ angelehntes Konzept, welches zur Hansestadt Hamburg passt. 2022 startet die Pilotphase. Derzeit suchen wir Vermieter*innen, die in Hamburg Wohnraum zur Verfügung stellen können.

#WorkingForImpact bringt obdachlose und von Armut betroffene Menschen in sinnvolle Arbeit bei Sozialunternehmen (vorzugsweise im Natur- und Umweltschutz). Wir kooperieren bereits mit dem ersten Sozialunternehmen und einem größeren Unternehmen, das die ersten Arbeitsplätze finanziert. Derzeit suchen wir weitere (Sozial)Unternehmer*innen, die von Armut betroffenen Menschen eine Chance geben und ihnen eine sinnvolle Arbeit anbieten.

#AustauschAufAugenhöhe schafft Räume, damit sich Menschen mit und ohne Obdach begegnen können. Dafür kreieren wir Veranstaltungen, die zum Austausch beitragen und eine Gemeinschaft entstehen lassen, wie zum Beispiel den StrassenGEBURTSTAG, den StrassenWEIHNACHTSWUNSCH oder das StrassenTANDEM. Alle, die einmal dabei waren, wissen: StrassenBLUES … verändert dich!

Das StrassenTEAM

Nikolas Migut

1. Vorsitzender | Gründer

Redaktionsleitung | Kooperationen

Milena Migut

2. Vorsitzende | Gründungsmitglied

Aktionen | Events

Klaus Herzberg

StrassenHELD | Finanzvorstand

Finanzverwaltung des Vereins

Christina Pohl

StrassenHELDIN | Gründungsmitglied

Film | Aktionen

David Diwiak

StrassenHELD | Gründungsmitglied

Fotografie | Film

Katharina Meßmann

StrassenHELDIN | Gründungsmitglied

Fotografie | Text

Ben Pehl

StrassenHELD | Kreation

Illustration | Grafikdesign

Ein Teil unseres StrassenHELD*INNEN-Teams unterwegs für den „Solidarischen Schluck“ beim DOCK-Event.

Weitere engagierte StrassenHELD*INNEN

Albrecht Bake | Anika Koch | Ann-Katrin Martiensen | Anna-Katrin Huber | Bastian Popp | Ben Pehl | Celeste Sehgal | Christian Riedel | Christin Herzberg | Doreen Grabinsky | Esther Jung | Eva Gemmer | Isabella Reichert | Jessica Van Riet | Joana Grasse-Heidermann | Julia Schmidt | Kim Gründel | Lea Simberg | Lisa Wolff | Magda Gärtner | Maren Ungoreit | Marietta Gädeke | Michaela Seehof | Niklas Sievers | Nil Cakmak | Ralf Below | Regina Schulz | Sarah Kristin Richter | Selina Schlegel | Sirrka Bredemeier | Sonja Rozet | Stephan Löhr | Vanessa Gobert

Ihr könnt uns im Ehrenamt als StrassenHELD*IN helfen. Wenn ihr bei uns mitwirken möchtet, schreibt uns einfach eine E-Mail: mitmachen@strassenblues.de

Wie alles begann

Nikolas Migut (Gründer von StrassenBLUES e.V.): Es ist 4.30 Uhr morgens. September 2012. Ich drehe eine Doku-Reportage für den NDR in der Berliner Bahnhofsmission am Zoo. Plötzlich taucht er auf. Alex, ein obdachloser Mensch mit funkelnden blauen Augen, die mich melancholisch anschauen. Er drückt sich gewählt aus. Wie ein Theaterschauspieler auf der Bühne. Spricht direkt in meine Kamera: „Alexchen aus Köln. Gewohnt in Mönchengladbach und in Neumünster, jetzt in Berlin gelandet.“ In diesem Moment weiß ich, dass ich den Drehort verlassen muss, um Alex zu folgen. Es wird eine gemeinsame Odyssee durch die Berliner Nacht bis zum Morgengrauen. Nach unserem Frühstück sagt Alex nur kurz „Tschüss!“ und verschwindet genau so plötzlich, wie er aufgetaucht ist.

Zweieinhalb Jahre später finde ich Alex wieder. In seiner Sozialwohnung hängen etwa hundert Gedichte an den Wänden. Er schreibe seit zwei Jahrzehnten, habe aber noch kein einziges davon veröffentlicht. Diesen Traum wollten wir verwirklichen. Als Team von StrassenHELD*INNEN gründeten wir am 5. November 2016 unseren gemeinnützigen Verein StrassenBLUES e.V.. Gemeinsam mit Alex entwickelten wir das StrassenBUCH und veröffentlichten seine Gedichte, die er während seiner zehn Jahren auf der Straße schrieb. Er sprach bei der Buchpremiere zum ersten Mal in seinem Leben vor 170 Menschen und schrieb Autogramme in sein eigenes Buch. An diesem Abend sagte Alex: „Ich wünsche mir, dass viele sehen, dass wir nicht alleine sind und dass man gemeinschaftlich etwas schaffen kann.“

In diesem Moment wurde mir klar: Einen Film nach dem anderen machen, das kann nicht alles sein. Manchmal haben meine Dokumentarfilme in der ARD, auf Filmfestivals oder im Netz sicher Menschen berührt. Aber nachhaltig davon waren leider die wenigsten. 

Also habe ich mir gedacht: Wenn ich schon in den vergangenen nun über 20 Jahren Fähigkeiten als Zeitungsschreiber, Radiomoderator, Online-Redakteur, PR-Berater, Videojournalist und Dokumentarfilmer gesammelt habe, möchte ich diese Fähigkeiten auch für etwas Sinnstiftendes einsetzen. Ich habe in diesen Jahren einige Menschen getroffen, die mich stark beeinflusst und geprägt haben. Dank ihrer Inspiration und dem andauernden kreativen Austausch (vor allem täglich mit meiner Frau Milena) bin ich heute jemand, der Visionen hat – und deswegen trotzdem nicht zum Arzt geht. 

Immer öfter denke ich: Wenn es wirklich wahr ist, dass wir nur einmal leben, dann sollten wir mit dieser Zeit etwas Sinnvolles anfangen. StrassenBLUES e.V. ist da ein guter Anfang.

StrassenBLUES-Trailer mit Alex

Der Ursprung unseres Vereins ist dieser Festivalfilm „Straßenblues“ (2015). Die Kurz-Doku ist 30 Minuten lang und hat englische Untertitel.

Auszeichnungen

Hier unser Nominierungsvideo für die Jury (Deutscher Preis für Onlinekommunikation) zu unseren Aktivitäten für obdachlose Menschen während der Corona-Pandemie: www.corona-strassenhilfe.de

Mitgliedschaften von StrassenBLUES e.V.

©  Porträtfotos: David Diwiak | Foto Header: Nick Scheerbart | Video – StrassenBLUES-Trailer: Nikolas Migut / NDR | Video – DPOK-Nominierungsvideo: Anke Gehrmann