Corona-StrassenHILFE

In diesen Zeiten ist Mitmenschlichkeit wichtiger denn je. Gerade während dieser Krise dürfen wir die Schwächsten unserer Gesellschaft nicht vergessen. Obdachlose sind durch die Corona-Pandemie besonders gefährdet. Wir wollen ihnen jetzt und langfristig helfen. Daher haben wir als gemeinnütziger Verein StrassenBLUES e.V. seit dem 16. März 2020 mehrere Aktionen für und mit Obdachlosen in Hamburg und weiteren Städten gestartet. Hier findest du unsere bisherigen und aktuellen Aktivitäten während der Corona-Pandemie.

StrassenSPENDE

Phase 1: Soforthilfe für Obdachlose durch Bargeld

Mitte März 2020 haben wir festgestellt, dass Obdachlose nur noch selten Geld durch Passanten erhalten und auch kaum mehr die Möglichkeit hatten, Pfandflaschen zu sammeln. Die Straßen in den Innenstädten waren einfach leergefegt. Damit kamen Obdachlose in große Not und kaum noch über die Runden. Viele der Sozialeinrichtungen waren geschlossen, die Obdachlosen üblicherweise helfen. Daher haben wir am 16. März entschieden zu handeln und innerhalb weniger Stunden eine große Spendenaktion gestartet: Die StrassenSPENDE. Unser Ziel war es, dass jeder von Zuhause aus virtuell an unseren gemeinnützigen Verein seine Spende geben kann, die wir direkt an Obdachlose in Form einer StrassenSPENDE von 20 Euro weiterleiten. Wir haben bisher über 25.000 Euro an Geld- und Gutscheine an Obdachlose als Soforthilfe in Hamburg, Berlin, München, Frankfurt am Main und Wiesbaden weitergegeben.

StrassenSUPPE

Phase 2: Soforthilfe für Obdachlose durch Essen

Ziel der StrassenSUPPE mit dem Fernsehkoch Tarik Rose ist es, den Obdachlosen mit Lastenrädern von recyclehero direkt warmes und gesundes Essen sowie Wasser zu liefern. Denn die meisten Obdachloseneinrichtungen, die üblicherweise warme Mahlzeiten ausgeben, haben seit Mitte März geschlossen. Neben der Suppe informieren wir zusammen mit der KARUNA Sozialgenossenschaft Obdachlose in fünf Sprachen mit der Corona-Info-Zeitschrift und geben ihnen Mund-Nasen-Schutzmasken aus.

#hotelsforhomeless

Phase 3: Temporärer, sicherer Schlafplatz für Obdachlose durch Hotels

Ein weiteres unserer Ziele entwickelte sich Ende März / Anfang April 2020: Obdachlose sind durch die Corona-Pandemie besonders gefährdet. Die meisten Menschen ohne festen Wohnsitz leiden durch das Leben auf der Straße unter diversen, oft unbehandelten Vorerkrankungen und unter einem sehr geschwächten Immunsystem. Sie benötigen unseren Schutz. Daher fordern wir von den Kommunen: #hotelsforhomeless – „Jedem Obdachlosen ein Hotelzimmer, um Leben zu retten!“. Dazu haben wir eine Liste verantwortlicher Politiker in den größten deutschen Städten aufgeführt, die die User direkt kontaktieren können. Zudem haben wir auf eine Petition befreundeter Hamburger Organisationen verwiesen, damit dadurch die politischen Akteure in der Hansestadt reagieren. Wir führen zudem eine Liste der größten deutschen Städte auf unserer Webseite und inwieweit diese Kommunen bereits Hotelzimmer für Obdachlose geschaffen haben – und welche noch nicht. Dies soll einen Überblick geben sowie Verantwortliche zum Handeln bewegen.

Die Forderung #hotelsforhomeless haben auch andere Städte übernommen und verbreitet, wie hier die „Kölner Gabenzäune“.

#letmebesafe

Phase 4: Langfristige Lösungsansätze für Obdachlose – bereits jetzt aktiv werden

#staysafe und #stayhome ist der Wunsch unter Mitmenschen, die ein Zuhause haben, sicher sind und sicher bleiben sollen. Aber was machen Obdachlose, die kein Zuhause haben? Unsere Aktion #letmebesafe startete Mitte April mit dem Ziel, mögliche Lösungen für Obdachlosigkeit während und nach der Corona-Krise gemeinsam zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Dabei hilft uns Social Media, Follower und User zu aktivieren, sodass sie mit selbst kreierten Pappschildern auf das Thema aufmerksam machen und sich in Kommentaren darüber austauschen, welche Lösungen möglich und notwendig sind.

Menschen aus ganz Deutschland sind bereits aktiv geworden und haben ihre Botschaft für Obdachlose auf Social Media verbreitet, um damit die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. #letmebesafe

Wie geht es weiter?

Wir führen unsere Aktionen fort, solange Bedarf besteht. Letztlich ist es unsere Vision, gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen, die die Obdachlosigkeit abschafft. Ein hehres Ziel, das aber nicht unmöglich ist.

Eine der größten Erkenntnisse für uns bei dieser Krise ist, dass die Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen und kreativer Köpfe essentiell für einen Erfolg in der Obdachlosenhilfe ist – während und auch nach Corona. Auf dieses engagierte und wachsende Team freuen wir uns und wollen noch viel für unsere Mitmenschen bewegen.

Auszeichnung für „StrassenSUPPE“ (05/2020): Gunnar-Uldall-Wirtschaftspreis

© Aktionen von StrassenBLUES e.V. | Fotos: David Diwiak & Tarik Rose (StrassenSUPPE) | Gesamtleitung: Nikolas Migut