Jedem Obdachlosen ein Hotelzimmer, um Leben zu retten!
#hotelsforhomeless

„Abertausende Hotelbetten stehen in den Städten gerade leer, während zur gleichen Zeit 50.000 Obdachlose in Deutschland in akuter Lebensgefahr sind.“ Jörg Richert (Sozialarbeiter bei KARUNA e.V., Berlin)

„Sie können nicht ´zu Hause bleiben´, denn sie haben schlichtweg kein zu Hause. Sie können sich – und damit auch uns alle – nicht vor Infektionen schützen. Sie brauchen unseren Schutz! Eine schnelle Unterbringung von obdachlosen Menschen, verbunden mit einer adäquaten medizinischen Betreuung, ist jetzt zwingend erforderlich!“ Dr. Levke Sonntag (Ärztin beim ArztMobil, Hamburg)

„Als Gesellschaft haben wir eine Verantwortung für obdachlose Menschen! Obdachlose Menschen sind besonders vom Coronavirus und dessen Auswirkung betroffen.Viele der Maßnahmen, die sich an die allgemeine Bevölkerung richten – Selbstisolierung, erhöhte Hygiene, Zuhause bleiben, strikte soziale Distanzierung – sind keine realistische Perspektive für Menschen, die obdachlos sind. Wir müssen jetzt handeln und obdachlose Menschen in Hotels unterbringen und sie schützen.“ Johan Graßhoff (Straßensozialarbeiter beim Diakonischen Werk, Hamburg)

In diesen Zeiten ist Mitmenschlichkeit wichtiger denn je. Gerade während dieser Krise dürfen wir die Schwächsten unserer Gesellschaft nicht vergessen. Obdachlose sind durch die Corona-Pandemie besonders gefährdet. Die meisten Menschen ohne festen Wohnsitz leiden durch das Leben auf der Straße unter diversen, oft unbehandelten Vorerkrankungen und unter einem sehr geschwächten Immunsystem. Sie benötigen unseren Schutz.

In der aktuellen Situation ist ein Großteil der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Infrastruktur zur Versorgung der Obdachlosen eingebrochen. Notunterkünfte mit Dutzenden Menschen auf engstem Raum bieten keinen erforderlichen Mindestabstand und passende Rückzugsmöglichkeiten.

Eine Ausbreitung des Virus unter den Obdachlosen wird fatale Folgen mit sich ziehen.

Wenn die Länder und Kommunen nicht innerhalb der nächsten Tage handeln, wird der Tod von tausenden, wohnungslosen Menschen in Kauf genommen. Deshalb fordern wir:

Jedem Obdachlosen ein Hotelzimmer, um Leben zu retten !

Wie soll #hotelsforhomeless aussehen?

Berlin, Mainz und Frankfurt haben bereits den Anfang gemacht: Obdachlose Menschen werden bundesweit dezentral in Einzel- oder Doppelzimmern in Hotels, Hostels oder Jugendherbergen untergebracht. Diese stehen momentan leer. Betreut werden die Menschen in den Hotels von einem sozialen Träger. So können auch einzelne Etagen im Ernstfall zu Quarantänestationen werden. Dabei ist es wichtig, dass in jedem Gebäude neben Sozialarbeitern auch Ärzte anwesend sind, um die medizinische Versorgung der Obdachlosen zu gewährleisten.

Allen Betroffenen, die das Angebot annehmen wollen, muss kurzfristig und unbürokratisch geholfen werden. Die finanziellen Mittel müssen durch die jeweiligen Länder und Kommunen bereitgestellt werden.

Welche Großstadt hilft während der Corona-Krise bereits mit wie vielen Plätzen in Hotels / Hostels / Jugendherbergen?

StadtAnzahl  Quelle 
Berlin:bis zu 400 Plätze1 / 2 / 3
Hamburg: 250 Plätze für 4 Wochen1 / 2
München: 
Köln: 
Frankfurt: bis zu 55 Zimmer1
Stuttgart: 0
Düsseldorf:175 Plätze1 / 2
Leipzig: 0
Dortmund: 0
Essen: 0
Bremen:0
Dresden:0
Hannover:100-200 Plätze1 / 2
Nürnberg:0
Duisburg:0
Bochum:0
Wuppertal:0
Bielefeld:0
Bonn:0
Münster:0
Mainz:30 Plätze1 / 2

Stand: 12.05.2020

Wie kannst du #hotelsforhomeless in deiner Stadt unterstützen?

Ohne die Unterstützung der jeweiligen Kommunen und Sozialbehörden funktioniert nichts. Deshalb müssen wir die zuständigen Personen zur Stellungnahme bitten. Kontaktiere deine Sozialbehörde und rufe zur sicheren Unterbringung obdachloser Menschen in deiner Stadt auf.

Hier findest du eine Tabelle mit den Ansprechpartnern in deiner Stadt zu unserem Thema. Wir aktualisieren dieses Dokument fortlaufend.

Bitte nimm dir einen kurzen Augenblick und unterstütze zudem die Petition von GoBanyo, Hamburger Gabenzaun e.V., Leben im Abseits e.V. und einigen Privatpersonen: unterzeichne die Petition.

Und teile sehr gerne unsere Bilder von Volker, Joachim, Paddy und weiteren Obdachlosen in den sozialen Medien und benutze die Hashtags #hotelsforhomeless und #letmebesafe.

Auf www.letmebesafe.org informieren wir dich umfassend über Lösungsansätze für Obdachlosigkeit („Recht auf Wohnen“) – schau mal vorbei! 🙂

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