StrassenHILFE – bevor du wohnungslos wirst

Der Moment davor

Wohnungslosigkeit kommt selten über Nacht. Meistens gibt es einen Moment davor. Eine gekündigte Wohnung. Eine verlorene Arbeit. Eine Beziehung, die zerbricht. Über eine Million Menschen waren 2024 in Deutschland wohnungslos — und die EU-Kommission fordert in ihrer neuen Armutsstrategie genau das, was noch fehlt: Frühwarnsysteme, die eingreifen, bevor jemand auf der Straße landet. Einen Moment, in dem noch etwas möglich wäre – in dem das richtige Gespräch, die richtige Information, der richtige Kontakt den Unterschied machen kann.

Genau diesen Moment wollen wir erreichen.

Was wir tun

StrassenHILFE bringt Prävention dorthin, wo Menschen sind: in Stadtteile, in denen Armut nah ist. Nicht in Beratungsstellen. Nicht in Behörden. Sondern in den öffentlichen Raum.

An unseren Veranstaltungen kommen zwei Dinge zusammen: Offenheit und Substanz.

Die Offenheit entsteht durch Musik und Mitmach-Kunst – niedrigschwellig, ohne Voraussetzung. Wer neugierig ist, kommt dazu.

Die Substanz bringen die Peers. Menschen, die selbst Wohnungslosigkeit erlebt haben. Ihr Wissen ist kein theoretisches – es ist gelebte Realität. Pro Veranstaltung sind mindestens zwei Peers dabei, die auf Augenhöhe sprechen und zeigen: Es gibt einen Weg heraus. Und vor allem: Es gibt einen Weg, gar nicht erst hineinzugeraten.

Ergänzend gibt es ein Präventionsquiz. Wer möchte, kann anonym einschätzen, wie gefährdet die eigene Situation ist – und bekommt konkrete Hinweise auf Hamburger Hilfsangebote. Sozialarbeitende sind direkt vor Ort.

Im Piloten: Fünf Veranstaltungen in benachteiligten Hamburger Stadtteilen.

Ein Pilot – transparent und lernend

StrassenHILFE ist kein fertiges Programm. Es ist ein Experiment mit einer ehrlichen Frage: Was hilft wirklich, wenn wir Menschen vor Wohnungslosigkeit schützen wollen?

Wir messen, was wir können. Wir fragen nach. Wir scheitern an manchen Stellen – und lernen daraus. All das teilen wir offen: mit Förderern, Fachleuten, Nachbarschaftsinitiativen und anderen Organisationen.

Diese Seite wächst mit dem Piloten. Nach jeder Veranstaltung dokumentieren wir, was funktioniert hat und was nicht. Was wir verändert haben. Und warum.

Transparenz ist keine Schwäche. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass aus einem Piloten etwas Bleibendes wird.

Dein Feedback

Du arbeitest in der Sozialen Arbeit, der Stadtentwicklung oder der Wissenschaft – oder du hast selbst Erfahrung mit Armut oder Wohnungslosigkeit? Wir freuen uns über Rückmeldungen, Hinweise und kritische Fragen. Was siehst du, was wir übersehen?

Kontakt zu StrassenBLUES

© Aktions-Team: mehrere Peers / ehemals obdachlose Personen | Sozialarbeit: Nils Kumar, Rick Stelter | Wirkungsmessung Studierende der Sozialen Arbeit | Event-Fotos: Jenny Bewer | Event-Videos: David Diwiak | Idee & Leitung: Nikolas Migut