StrassenWEIHNACHTSWUNSCH 2018

Jedes Jahr fragen wir Wohnungs- und Obdachlose nach ihren Weihnachtswünschen, die ihr erfüllen könnt. Wir treffen sie in Hamburger Obdachloseneinrichtungen und auf der Straße. In dem Video lernst du Rolf kennen, der bereits beim ersten StrassenWEIHNACHTSWUNSCH 2015 dabei war.

Du möchtest einem Wohnungs- oder Obdachlosen an Weihnachten eine Freude machen, seinen ganz persönlichen Wunsch erfüllen und dich dabei mit ihm auf Augenhöhe austauschen? Wunderbar – so geht´s:

Suche dir hier aus der Liste einen Wunsch aus, den du persönlich erfüllen möchtest und schreibe uns eine E-Mail
(weihnachtswunsch@strassenblues.de).
ROT markierte Wünsche sind noch offen,
GRÜN markierte Wünsche sind bereits erfüllt.
Du bekommst dann eine Einladung zu unserem Weihnachtsevent am 16.12. von 15-18 Uhr in Hamburg, wo du das Geschenk dem Obdachlosen direkt übergeben kannst. Die obdachlosen Gäste werden möglichst selbst auch ein kleines Geschenk dabei haben und du wirst dann die Gelegenheit haben, dich auf Augenhöhe mit all unseren Gästen von der Straße auszutauschen (nähere Infos in unserer E-Mail). 
Wir freuen uns, dass du etwas Gutes tun möchtest!

Wir setzen den StrassenWEIHNACHTSWUNSCH in diesem Jahr wieder mit der Antikältehilfe St. Pauli um und freuen uns sehr, dass sie uns auch dieses Jahr so tatkräftig unterstützen.
Wir möchten uns auch bei den Sozialeinrichtungen
JesusCenterHeilsarmeeTAS Bundesstraße und Pik As
bedanken, die uns helfen, all die Weihnachtswünsche von Obdachlosen einzusammeln. 

Hier könnt ihr sehen, wie unsere Weihnachtsveranstaltungen 20172016 und 2015 gelaufen sind.

Weitere Weihnachtswünsche erreichen uns aus der TAS Bundesstraße:

Wislawa, 34
„Ich bekomme im Sommer ein Kind und hoffe, dass sich bis dahin meine Situation verbessert hat.“

Wunsch: Babykleidung + Winterjacke (Größe M) + Winterschuhe (Größe 39).

Jan, 38
Jan ist Gast in der TAS Bundesstraße.

Sein Wunsch: ein Handy.

Rosi, 46
„Ich bin schon mehrere Jahre obdachlos. Mit einem Handy kann ich besser Kontakt zur Außenwelt halten.“

Wunsch: Handy (gerne Smartphone).

Alexandru, 39
Alexandru ist Gast in der TAS Bundesstraße.

Sein Wunsch: ein Handy.

Gospodin, 43
„Ich komme aus Bulgarien und bin vor einigen Jahren nach Hamburg gekommen. Ein Handy brauche ich, um meine Familie anzurufen.“

Sein Wunsch: ein Handy.

Jakub, 29
Jakub ist Gast in der TAS Bundesstraße.

Wunsch: Winterschuhe (Größe 47) und ein Handy.

Malte, 38
Malte ist Gast in der TAS Bundesstraße.

Wunsch: gerne einen einfachen Laptop.

Neue Weihnachtswünsche erreichen uns aus der Heilsarmee und dem JesusCenter e.V.:

Peter, 55
Peter war vergangenen StrassenWEIHNACHTSWUNSCH im Krankenhaus. Dieses Mal möchte er unbedingt dabei sein.

Sein Weihnachtswunsch ist ein Rucksack (100 Liter) und gerne mit wenig Eisen.

Kai, 53
Bei Kai muss man keine Angst haben, dass es langweilig wird. Kai mag Menschen und ist sehr kontaktfreudig. Der 53-Jährige ist im Bereich Schanze, St. Pauli und Altona unterwegs. Er mag die Gegend einfach. Früher war Kai in der Hausbesetzerszene unterwegs, heute ist er ruhiger geworden. Aber vom Staat nimmt er immer noch kein Geld. Dass er sich gerne unterhalten mag, hilft ihm dabei: „Ich bin der beste Schnorrer in der Stadt“, sagt Kai. Mehr als 20 Euro am Tag brauche er nicht. Manchmal auch weniger. Dabei teilt er gerne und lädt auch schonmal Kollegen zum Essen im Jesuscenter ein.

Sein Weihnachtswunsch ist ein einfaches Prepaid-Handy mit Tasten, denn er möchte erreichbar sein und auch mal jemanden kontaktieren können.

Ömer, 43
Ömer, der schlanke Mann mit den braunen Augen, ist seit acht Jahren in Deutschland und davon lebt er schon fünf Jahre auf der Straße. Ömer gehört zur türkischen Minderheit in Bulgarien. Diese Gruppe hat es in Bulgarien nicht leicht. Ömer ist ein zurückhaltender Mensch, möchte niemandem etwas wegnehmen. Im Jesuscenter wurde er von der Wäsche- und Duschfee Maria für den StrassenWEIHNACHTSWUNSCH angesprochen und eingeladen.

Ömer kennt auch die Szene in Berlin. Die ist sehr kalt und unfreundlich, sagt der 43-Jährige. In Hamburg erfährt er hingegen viel Hilfe und dafür ist er sehr dankbar. Ömer spricht Deutsch und Türkisch.

Wunsch: Ömer wünscht sich Schuhe für den Winter (Größe 43, gegebenenfalls einen Gutschein, damit die Schuhe auch passen) und/oder eine richtig warme und wasserdichte Winterjacke (Größe L).

Mathias, 39
Wunsch: Rucksack.

Jürgen, 52
Wunsch: Munddusche.

Rafael, 44
Wunsch: etwas Tabak.

Oliver, 47
Wunsch: Winterjacke (XXL).

Mether, 30
Mether kommt aus Hamburg. Er und seine junge Familie sind momentan in einer Notunterkunft untergebracht.

Sein Wunsch: Für sein 2-monatiges Baby freut er sich über Babyklamotten, Babyspielzeug sowie Pflegeprodukte.

Lorenz, 60
Lorenz hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich und versucht sich nach einigen krisenhaften Jahren peu à peu ein neues Leben aufzubauen. Der waschechte Hamburger ist viel gereist und hat eine Künstlernatur. Früher hat er viele Comics gezeichnet und sogar Bücher geschrieben.

Sein Wunsch: Um sich wieder mehr zu informieren und das Schreiben wieder aufzunehmen wünscht er sich einen gebrauchten Laptop oder Computer.

Janusz, 43
Janusz bekommt bald eine neue Arbeit und freut sich schon sehr darauf. Er spricht wenig Deutsch und erwartet an Weihnachten nicht viel.

Sein Wunsch: Janusz möchte kein Geschenk vorgeben und ist mit allem zufrieden, was er am 16.12. auf unserer Veranstaltung bekommt.

Tadeusz, 62
Tadeusz ist Gast bei der Heilsarmee und spricht wenig Deutsch.

Wunsch: Schlafsack.

Tomasz, 44
Tomasz ist Gast in der Heilsarmee und spricht kaum Deutsch.

Sein Wunsch: Einen großen Schlafsack.

Krzysztof, 45
Krzysztof ist Gast bei der Heilsarmee und spricht kaum Deutsch.

Sein Wunsch: Was ihm Gott gibt.

Ralf
Ralf ist ein waschechter Hamburger. Dass er jetzt schon seit sechs Jahren auf den Straßen seiner Heimatstadt lebt, war so nicht geplant. Ralf ist ein sehr ruhiger Vertreter. Und er mag es auch ruhig. Darum verzichtet er darauf, das Winternotprogramm der Stadt zu nutzen. Da gibt es regelmäßig Stress und man kann sich nicht aussuchen, mit wem man zusammen in einem Raum schläft. So bleibt Ralf auch um Weihnachten auf seiner Platte in der Hamburger Innenstadt. Von hier aus macht er sich täglich auf, um die Hilfseinrichtungen zu besuchen, darunter auch das Café Augenblicke im Jesus Center.

Wunsch: Ralf wünscht sich einen 80-Liter-Rucksack, damit er seine Habseligkeiten bei sich behalten und gut transportieren kann.

Andreas, ca. 50
Andreas ist ein total netter Typ. Er wirkt viel jünger als die über 50 Jahre, die er schon auf der Welt ist. Das Gespräch war so nett und herzlich, dass wir am Ende sogar vergessen haben, ein Foto von ihm zu machen. Andreas ist häufiger Gast bei der Heilsarmee, in der Alimaus (beides auf St. Pauli) sowie in der TAS in der Bundesstraße.

Wunsch: Trotz oder gerade wegen seines Lebens auf der Straße ist Andreas sehr bescheiden. Er habe ja eigentlich alles. Aber einen Wunsch hat er doch. Andreas hätte gerne eine ordentliche Wolldecke, die er jetzt im Winter in seinen Schlafsack legen kann.

Horst, 76
Horst ist öfter in der Innenstadt unterwegs und bittet um Spenden. Doch für den 76-Jährigen werden die Wege mitunter mühsam. Vor allem braucht er länger, denn das Alter macht sich bemerkbar.

Wunsch: Horst wünscht sich ein 28-Zoll Fahrrad. Am liebsten ein Damenrad, weil er da besser auf und absteigen kann. Natürlich darf das Rad gerne gebraucht sein. Nur verkehrssicher sollte es sein, denn Horst hat wenig Mittel, um es reparieren zu lassen.

Die ersten Weihnachtswünsche von Hamburger Obdachlosen erreichen uns aus dem JesusCenter e.V.:

Kalle, 50
ist zum ersten Mal Gast beim StrassenWEIHNACHTSWUNSCH. Der gut 50-Jährige lebt auf der Straße. Seine Platte befindet sich in der Nähe der Staatsoper. Kalle ist wahnsinnig bescheiden und legt viel Wert auf gutes Benehmen. Kalles größter Wunsch ist, „nicht mehr draußen pennen zu müssen“. Leider wurden ihm bereits mehrfach Schlafsack und Isomatte gestohlen. Das kommt auf der Straße leider immer wieder vor.

Wunsch: Sein Weihnachtswunsch ist ein kleines Radio, damit er auf der Platte etwas Musik und auch Fußball hören kann.

Basti
kommt aus Polen und ist ein ruhiger Vertreter. Eigentlich heißt er Bistron, aber alle nennen ihn Basti. Zusammen mit seinem Kumpel Marius (hat hier auch einen Wunsch) ist er im Schanzenviertel und der Umgebung unterwegs und auf der Platte. Basti spricht prima Deutsch und übersetzt auch für andere. Regelmäßig ist Basti im Jesuscenter zu Gast und war in diesem Jahr der erste, der seinen StrassenWEIHNACHTSWUNSCH abgegeben hat.

Wunsch: Basti wünscht sich eine robuste und warme Winterjacke in der Größe XL oder Schuhe für den Winter (die Größe wird nachgeliefert…)

Enrico, um die 30
ist schon ein alter Hase beim StrassenWEIHNACHTSWUNSCH. Er ist ausgesprochen höflich und kommunikativ, wobei er sich da auf Deutsch und auf Französisch austauschen kann und Italienisch kann er wohl auch. Enrico ist um die 30 und liebt die Kultur. Enrico ist im Jesuscenter ein gern gesehener Gast und Tischgenosse.

Wunsch: Sein Wunsch sind Gutscheine für das Abaton-Kino oder das „3001“ in der Schanzenstraße, da er Programmkinos und besondere Filme sehr mag.

Marius, 53
kommt aus Polen und lebt auf der gleichen Platte wie Basti. Leider spricht er nicht so gut Deutsch. Aber er ist ein netter Mensch, der sich freuen kann. Der 53-Jährige ist auch schon eine Weile in Deutschland, muss aber weiter auf der Straße leben. Auch im Winter, da das städtische Nothilfeprogramm in der Regel Ausländer nicht aufnimmt.

Wunsch: Marius wünscht sich eine robuste und warme Winterjacke (Größe L) oder einen ordentlichen Rucksack (ca. 40 Liter).

Graham, 54
ist bei uns schon ein alter Bekannter. Graham nimmt gerade einen neuen Anlauf, sein Leben noch einmal zu verändern. Zurzeit ist er in einer medizinischen Einrichtung untergebracht, wo er die Hilfe bekommt, die er sich wünscht. Und alle hoffen, dass er nicht wieder auf die Straße muss. Am meisten natürlich Graham selbst, der viel dafür tut, dass es nicht wieder passiert. Grahams Eltern sind einst nach Australien ausgewandert, doch ihn zog es wieder nach Deutschland.

Wunsch: Graham wünscht sich ein einfaches Handy (mit großen Tasten)

Weitere Weihnachtswünsche von Menschen am Rand der Gesellschaft erreichen uns aus der Heilsarmee:

Mila und Katica, beide über 80
Armut hat in Hamburg viele Gesichter. Zwei davon gehören Mila und Katica. Die beiden gebürtigen Serbinnen sind Rentnerinnen, haben also ein Einkommen und sie leben auch in kleinen Wohnungen. Doch die beiden über 80-jährigen Witwen leben von der Hand in den Mund. Als regelmäßige Besucherinnen des Tagesaufenthalts der Heilsarmee freuen sich die beiden alten Damen über Zuwendung und Essen. Als sie vom StrassenWEIHNACHTSWUNSCH hörten, wollten wir sie nicht ausschließen. Darum haben wir sie ausnahmsweise mit aufgeführt.

Wunsch: Katica wünscht sich einen schönen Pullover (Damengröße 48)
Wunsch: Mila wünscht sich eine warme Damenjacke (Größe 46) in einer gedeckten Farbe (jedenfalls nicht pink oder so).

Uwe, 59
ist regelmäßiger Gast bei der Heilsarmee in der Talstraße. Dort gibt es warmes Essen und warme Räume. Und das ist wichtig für den fast 60-Jährigen, denn er schläft auf der Straße. Seine Platte liegt in der Nähe der Landungsbrücken und ist wenig geschützt. Das draußen Schlafen wird für Uwe immer schwerer. Aber die Leute an seiner Platte seien freundlich, erzählt der groß gewachsene Mann: „Sie lassen uns in Ruhe und bringen uns sogar Frühstück.“

Wunsch: Uwe wünscht sich Schuhe  für den Winter in der Größe 48. Die sind für ihn schwer zu bekommen. Oder einen richtigen Rucksack mit Platz (80 Liter).

Uwe, 52
Uwe ist gebürtiger Hamburger. Der 52-Jährige ist bereits seit drei Jahren auf der Straße. Momentan ist er im Pik As, einer städtischen Einrichtung für Obdachlose untergebracht. Es kann ein erster Schritt zurück in das normale Leben sein. Das jedenfalls hofft Uwe, der sich regelmäßig mit anderen Betroffenen im Tagesaufenthalt der Heilsarmee in der Talstraße trifft.

Wunsch: Uwes StrassenWEIHNACHTSWUNSCH ist ein mittelgroßer Rucksack (20-60 Liter).

Aus dem Pik As erreichen uns diese Weihnachtswünsche von Obdachlosen:

Horst, 64
ist ein waschechter Hamburger, „mit Elbwasser getauft“. Der frühere 
Taxifahrer musste seine Wohnung abgeben und wohnt seitdem im PikAs.

Wunsch: Horst ist viel zu Fuß unterwegs in Hamburg und wünscht sich für die kalte Jahreszeit Winterschuhe (Gr. 42) sowie Handschuhe aus Fließstoff.

Ronny, 30
ist 10 Jahre durch Europa gereist. Auf seiner letzten Reise in Spanien hat er seinen Hund Simba gefunden, der ihn seitdem auf den Straßen Hamburgs begleitet. Ronny ist ein „Schiffsjunkie“ und geht gerne an der Elbe spazieren.

Wunsch: Um mit Simba leichter unterwegs zu sein und zu den Hundestränden zu fahren wünscht er sich ein Fahrrad
Wunsch: …mit
Anhänger (z.B. ein Kinderanhänger, wo auch ein Hund Platz findet).

Hans-Peter, 67
„Ich habe in meinem Leben Schiffsbruch mit allem drum und dran erlebt“. Hans-Peter
 ist seit einigen Monaten wohnungslos und durch schwere Erkrankungen in seiner Mobilität eingeschränkt.

Wunsch: Um trotzdem weiterhin seine sozialen Kontakte zu pflegen wünscht er sich einen Laptop (gerne auch gebraucht).

Cheyenne, 52
Cheyenne freut sich über ein Fahrrad (gerne ein gebrauchtes Mountainbike), um in Hamburg mobiler zu sein. Sie hofft, bald eine Ausbildung als Hundetrainerin zu machen. Übrigens: Cheyenne war letztes Jahr schon beim StrassenWEIHNACHTSWUNSCH dabei und hat immer noch Kontakt zu ihrer Schenkerin 🙂

Wunsch: Cheyenne wünscht sich einen Garten zum Erholen und Werkeln. 

Rolfs Wunsch für Hamburger Obdachlose

Rolf wünscht sich etwas ganz besonderes:
„Also ich würde mir wünschen, dass das Winternotprogramm 24 Stunden um die Uhr geht, weil ich das eine Frechheit finde, Menschen um 17 Uhr erst reinzulassen und um 9 Uhr wieder rauszuschmeißen. Aus dem einfachen Grund, weil kein normaler Mensch möchte eine halbe Wohnung haben. Jeder möchte eine ganze Wohnung haben. Eine 24-Stunden-Wohnung. Das gehört sich einfach so.“

©  Aktions-Team: Anika Koch, Annika Mätzig, Dirk Kähler, Esther Jung | Foto Header: Katharina Meßmann | Social Media: Jessica Van Riet, Nikolas Migut | Videos: Anke Gehrmann, Christina Pohl, David Diwiak, Eva Gemmer, Nikolas Migut, Nil Cakmak, Stephan Löhr, Tobias Greber | Leitung: Nikolas Migut